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Voigtländer Alpin

Die Alpin in stärker gebrauchtem Zustand habe ich mir (relativ günstig) beschafft, weil ich ein Voigtländer Collinear (oder Kollinear) haben wollte, meine Alpin hat eines (1: 6,3/132mm). Für die Bilder habe ich es auf Bl. 16 oder 22 abgeblendet.

Das 1893 gerechnete Collinear ist eine der wohl besten Objektivkonstruktionen des späten 19. Jahrhunderts; das Objektiv besteht aus voll verkitteten Gruppen aus je drei Linsen, die symmetrisch beiderseits der Blende angeordnet sind. Es ähnelt dem Goerz Dagor, das aber eine andere Linsenanordnung hat. Der Steinheil Orthostigmat war praktisch baugleich. In einer Zeit, in der Linsen noch nicht vergütet werden konnten, sorgte die niedrigstmögliche Anzahl an reflexionsempfindlichen Glas-Luft-Flächen – nämlich vier beim Collinear/Orthostigmat – für sehr kontrastreiche Bilder trotz der für eine gute Korrektur benötigten Linsenzahl. Ein Tessar, das unvergütet auch kontrastreich abbildet, hat sechs Glas-Luft-Flächen, aber dafür weniger Linsen und weniger Kittflächen.

Trotz seiner 100 Jahre ist mein Collinear – abgeblendet – sehr scharf und kontrastreich; die Wiedergabe im Web wird dem nicht wirklich gerecht. Ich sehe auf den Negativen keinen großen Unterschied zu sehr viel neueren Objektiven; vielleicht sind die Übergänge in die Unschärfe etwas sanfter und Lichter überstrahlen ein bißchen, je nach Motiv passt das manchmal ganz gut.

Die Kamera ist für eine Großformatkamera winzig, gerade verglichen mit modernen Kameras! Und das Querformat kommt meinen Gewohnheiten besser entgegen als all die alten Hochformat-Falter. Macht einen Heidenspaß mit den alten Gerätschaften. Ich musste nur den Verschluss und die Linsen reinigen, seither läuft sie wie neu.

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