Ausprobiert: Elmarit-R 2,8/28 (I)

Ein 28er für die Leica R fehlte mir noch. Ok- nicht wirklich. Aber ich wollte eines, und neulich lief mir eines zu. Mit Sonnenblende. Niemand, wirklich niemand hat sonst so aufwändige Sonnenblenden gebaut wie Leitz, als die Firma noch so hieß. Die werden mittels der beiden Zapfen vorn am Objektiv exakt in der vorgesehenen Ausrichtung eingeklickt und können nicht versehentlich abfallen.

Ich kenne auch kaum eine Objektivfamilie, die besser altert als die alten R-Objektive. In der guten alten Zeit wurden die noch aus dem Vollen gefräst, sind doppelt so schwer wie die von der Konkurrenz und funktionieren auch nach knapp 50 Jahren, wie sie sollen – 48 Jahre im Falle meines Elmarit, das ist von ’78. Gut, die Rolling Stones treten auch noch auf.
Aber eine solide Mechanik allein macht noch keine guten Bilder, und der Ruf des Objektivs bei all den Experten im Internet ist eher so lala. Da ich nun eines habe, habe ich es mal an der Leica Diesel (aka Leicaflex) angebracht, noch zwei zeitgenössische Geschwister eingepackt (man weiß ja nie, wofür es gut ist) und eine Erprobung vorgenommen, soll heißen, ich bin in der Mittagspause um unseren kleinen See gerannt.
Ich weiß nicht, wie oft ich den Baum schon fotografiert habe – die Bilder sehen lustigerweise immer anders aus.
Das Motiv lief mir auch noch über den Weg – war aber nichts für ein 28er, ich habe das alte 90er Summicron dafür genommen,
Aber mein Weiden-Objektiv war dann doch eher das 28er Elmarit.
Meistens jedenfalls, das letzte habe ich mit dem alten 50er Summicron gemacht:
Und, wie ist nun das Elmarit? Nun ja, das Internet hat vielleicht Recht. Ich habe ja bisher noch nicht so viele Bilder damit gemacht, aber ich konnte nachvollziehen, dass bei offener Blende und so ungefähr bis Blende 4 bei der Schärfe über das gesamte Bild – jedenfalls bei kritischer Betrachtung – noch Luft nach oben ist, danach wird es gut, aber dann gleich richtig gut. Ich zeige hier natürlich nur die guten 🙂




